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Grünes Seidentuch

Seine Haut war braun und ledrig von der Sonne, seine Haare waren verfilzt, seine Kleidung war zerrissen und an vielen Stellen genäht. Seine Haut, seine Haare und seine Kleidung hatten alle die gleiche tiefbraune Farbe. Seine Augen blitzten in der Sonne, leuchtend blau wie Edelsteine. Sein Blick ließ schließen, dass über das, was er gesehen hat, man Bücher schreiben kann. Bei sich hatte er nichts, lediglich etwas trockenes Brot in den Jackentaschen.

Tagtäglich verbrachte er seine Zeit, seine Lebensjahre in der Nähe des Bahnhofs. In dieser Zeit hat er vergessen, was ein Bett ist, was eine warme Dusche ist, was eine warme Mahlzeit ist, was ein lieb gemeintes Wort ist, was eine Arbeit ist, was ein Zuhause ist. Er hat dies nicht absichtlich vergessen, er wollte es nicht vergessen, er wollte seine Jahre nicht so verbringen, aber es ist leider so passiert. Er hat sich dieses Leben nicht ausgesucht. Manchmal passieren Dinge im Leben, die unvorhergesehene Konsequenzen haben, die man sein ganzes Leben wiedergutmachen muss. Manchmal passieren Dinge im Leben hört sich an wie ein schlechtes Sprichwort, aber die besten Geschichten schreibt das Leben nun mal selbst.

Im Winter schlief er beim Müll, die Essensreste der Imbissbuden spendeten ihm Wärme. Im Sommer nahm er einen weiten Weg auf sich und wusch sich unten am Fluss. Im Frühling beobachtete er am liebsten die Schmetterlinge. Im Herbst bewunderte er jedes Mal die bunten Blätter und die vielen Pfützen. Er achtete nie, welcher Monat ist, welcher Tag heute ist. Er wusste aber immer, wie viel Uhr es ist, weil am türkisfarbenen, altmodischen Bahnhof vorne eine Uhr hängt. Er wusste auch immer die Temperatur wegen der Anzeige und er wusste immer etwas, worüber man sich freuen kann. Auch wenn er eigentlich nichts hatte, worüber man sich freuen kann.

Auch in Russland, auch in Sibirien, auch in Omsk gab es freundliche Leute oder Organisationen, die Obdachlosen helfen wollen, aber er nahm diese Hilfe nicht in Anspruch. Er gab sich mit seinem einfachen Leben zufrieden und beschwerte sich nie. Er selbst sagt, wenn ich im Winter nicht an einer Grippe sterbe, dann kann man noch weiterleben. Er war genügsam, war mit wenig zufrieden und so war er schon immer. Früher war er wer, hatte Namen, Stand und Familie und heute war er niemand. Keiner kannte ihn, keiner sah ihn auch nur an, er war unsichtbar und gleichzeitig wie Ungeziefer – unerwünscht, wo man ihn auch roch. Man behandelte ihn schlecht oder gar nicht, mit jemanden unterhalten hat er sich schon ewig nicht mehr. Was Menschlichkeit und Barmherzigkeit ist, hat er vergessen, aber hat noch nicht vergessen, menschlich und barmherzig zu sein.

Und hier, nach viel Exposé beginnt, geneigter Leser, endlich unsere Geschichte. Unser Held hielt sich am Busbahnhof in Omsk auf, der direkt vor dem Hauptbahnhof ist. Es war tiefer Herbst, was er anhand des bunten Blättermeers und der Temperatur, 2°C, wusste. Es nieselte und war windig, furchtbares Wetter, um draußen zu leben. Aber er hatte schon vergessen, wie es anders sein kann. Es war noch früh am Morgen, kaum hell, noch nicht viele Leute waren unterwegs. Er ging auf und ab, versuchte so sich zumindest ein wenig zu wärmen. Er war in seine Gedanken vertieft, was kann ich heute essen?

Auf einmal fiel die Frau, die vor ihm stand, flach auf den Boden hin. Ihr Regenschirm flog weg, sie landete seitlich in einer Pfütze auf ihrer Tasche, ein Seitenschal flatterte um ihren Hals und drohte jeden Augenblick wegzufliegen. Sie trug einen grauen Kaschmir-Mantel und hohe Lederstiefel mit einem Wildlederrock. Ihre blonden, lockigen Haare waren nass und ein wenig mit Blut befleckt, die Augen hatte sie geschlossen.

Er erschrak und sprang ein Stück nach hinten. Sofort bildete sich eine Traube von Menschen um die Frau und große Hektik fing an. Immer weiter ging er nach hinten. Mittlerweile hat man sie auf den Rücken gelegt und die Tasche, auf die sie gefallen war, wollte man unter ihren Kopf legen. Jemand hob ihren Kopf, das Blut tropfte, und ihr grüner Seidenschal flog direkt in die Hände von unserem Protagonisten. Er hielt das Tuch in seinen dreckigen Händen, aber ganz zart, um es nicht zu zerknicken. Geh beiseite, brummte ihm der Sanitäter zu, den man mittlerweile aus dem Bahnhof gerufen hatte. Immer stehe ich im Weg, dachte er für sich. Da öffnete die Frau für einen kurzen Augenblick ihre Augen. Alle hielten still. Wenn mir was passieren würde, würden die Leute auch so ein Trubel machen?

Er dachte darüber nach, wie er im Winter einmal auf dem glatten Eis ausrutschte und flach auf dem Boden lag und keiner ihm die Hand reichte. Von hinten rempelte ihn die alte Oma an, die am Bahnhof selbstgemachtes Gebäck verkaufte, um sich zu ihrer Rente etwas dazu zu verdienen. Und wenn sie nach Hause will, aber noch nicht alles verkauft hat, gab sie ihn manchmal ein Piraschok.
„Was glotzt du hier, Zhenya?“
„Sie ist umgekippt, einfach so.“
„Hat wahrscheinlich dein Odeur gerochen, die Arme.“
„Was willst du eigentlich?“ fragte er, die Hände in die Tasche stopfend, sodass die Alte den Schal nicht sehen konnte.
„Wollte wissen, woher der Krach kommt und habe gesehen, dass du glotzt. Darf man schon keine Scherze machen?“, sie lachte halb hustend „Schau, Zhenya, der Krankenwagen kommt.“ Mit Martinshorn und Blaulicht kam der Rettungswagen an der Bushaltestelle an.
„Wenn ich da liegen würde, Alexejewna, würde man für mich einen Krankenwagen rufen?“ Jemand der schaulustigen Passanten hatte das gehört, drehte sich kurz um, lachte und sagte, für dich niemals.
„Da hast du deine Antwort“, sagte Alexejewna.
„Würde man einen für dich rufen, Mütterchen?“
„Was sollen diese Fragen, Zhenya? Was ist los mit dir?“, sie kramte in ihrem Korb, „Hier iss was.“
Sie gab ihn einen Bilasch. Eine frittierte Teigtasche mit saftigem Hackfleisch. Es war noch warm. Sie muss wohl gerade angekommen sein. Alexejewna war eine kleine, alte, dicke, freche, lustige Frau, die ihr ganzes Leben mit ihrem Mann in Omsk in der Innenstadt in einem 5-stöckigen Mehrfamilienhaus lebte. Die Kinder hatten das Elternhaus schon lange verlassen, hatten selbst schon Kinder. Alexejewna langweilte sich in der Rente. Die Enkel sah sie nur selten. Und das Geld reicht nicht. Deswegen geht sie zweimal die Woche zum Bahnhof und verkauft leckeres Gebäck. Zhenya kannte sie schon fünf Jahre, seit er auf der Straße lebt. Sie hat Mitleid mit ihm und gibt ihm manchmal Essen, aber geredet, so viel geredet wie heute, haben sie noch nie.
„Danke, Alexejewna, ich habe schon zwei Tage nichts gegessen.“
Die Frau lag mittlerweile auf einer Trage und man schob sie in den Krankenwagen. Dort machte man noch Untersuchungen. Der Wagen fuhr noch zwanzig Minuten nicht. Erst als der Wagen weg war, konnte Zhenya wieder tiefer atmen. Und die Anspannung in seiner Brust löste sich. So viele Emotionen wie heute hatte er schon lange nicht mehr gefühlt.

War er wirklich so zufrieden mit seinem Leben, wie er dachte? Die Traube an Menschen hatte sich schon längst aufgelöst. Alexejewna saß auf ihrem gewohnten Platz und verkaufte Bilaschi. Erst als er anfing zu frieren, ging Zhenya in seine gewohnte Ecke. Er dachte nach, über nichts Bestimmtes, einfach so über das Leben. Zwei Tage stand er nicht auf, lag apathisch auf seinem Pappkarton. Dann fing er plötzlich an zu laufen, ging durch die ganze Stadt und schaute die Menschen fragend an.

Nie hatte er es gewagt, die Leute direkt anzuschauen, noch anzusprechen, geschweige denn zu betteln. Aber jetzt ist es so, als wäre ihm zum ersten Mal bewusst, in welcher Lage er sich befindet, in einer misslichen. Er wusste nicht, wohin mit sich. Er wusste nur, er wollte nicht mehr zurück zum Bahnhof. Heute schien die Sonne. Es war ein paar Grad über Null. Eine wunderschöne Frau stieg aus einem Taxi direkt vor ihm. Er blieb wie angewurzelt stehen. Sie lachte und gab dem Fahrer Geld. Sie hatte lange blonde Haare und trug einen schwarzen Ledertrenchcoat. Augenblicklich dachte er an die Frau von der Bushaltestelle. Er fasste in seine Jacke – das Seidentuch. Vorsichtig fühlte er es in seinen Händen. Er sah es sich nochmal an. Nach einigen Sekunden ging er weiter, langsamer. Ab und zu sah er zum Himmel hoch. Blau. Was mache ich hier überhaupt? Er steigerte sich in einen hysterischen Zustand hinein.

Irgendwann hatte er keine Kraft mehr und setzte sich auf eine Parkbank. Er wirkte desorientiert. Zwei Polizisten kamen auf ihn zu.
„Kann man Ihnen helfen?
Zhenya blickte auf: „Helfen? Mir? Sie wollen mir helfen? Nach fünf Jahren auf der Straße.“, er redete sich in Rage, ist mittlerweile aufgestanden. „Wollt ihr mir helfen? Keiner will mir helfen. Das ist ja das Problem. Keiner kann mir helfen.“
Er schlug wild um sich. Die Polizisten wussten es nicht besser und nahmen ihn fest. Dachten, er hätte Drogen konsumiert. In der Zelle brüllte er noch etwas rum. Aber als sie anfingen mit ihm zu reden und Drogentests mit ihm zu machen, wurde er ruhiger. Am nächsten Morgen wurde er entlassen.

Es war der gleiche Polizist, der ihn gestern festgenommen hat: „Du hast gesagt, du bist seit fünf Jahren auf der Straße, Evgeny Nikolaevich. Du bist nicht dumm. Das sehe ich gleich. Was hast du davor gemacht?“
Von so viel Anteilnahme und Interesse wurde Zhenya, Evgeny Nikolaevich, ganz rührselig. Wann hatte jemand seinen vollen Namen gesagt? Wann hat ihn jemand direkt angesehen beim Sprechen? Habe ich die letzten Jahre falsch gelebt?
„Ich war Bauingenieur“, antwortete er.
„Was? Du verarschst mich doch. Bauingenieur? Wie kann es sein, dass du auf der Straße lebst und nicht in einem Bungalow in der Stadt?“
Er musste sich schwer zusammenreißen, um nicht zu weinen. Seine Stimme zitterte, als er sprach: „Meine Frau…“, er räusperte sich und wischte sich die Tränen aus den Augen, „meine Frau, sie hat mich verlassen, weil ich zu viel arbeitete. Dann fing ich an zu trinken. Deswegen verlor ich meinen Job. Und dann gab es nichts mehr, was mir wichtig war. Und ich trank immer mehr. So verlor ich irgendwann meine Wohnung. Und dann war mir alles egal. Ich hatte kein Geld mehr für Alkohol. Dann war mir auch dieser egal. Und ich fing an, Leute, Menschen, alle Menschen zu hassen. Und ließ mir nicht mehr helfen. War alleine und dachte, ich wäre glücklich.“
Er fing an lautlos zu weinen. Viele Jahre hatte er nicht mehr geweint. Er holte das Seidentuch raus und wischte sich die Tränen.
„Du hast schon lange nicht mehr geweint.“, stellte der Polizist einfach so fest.
Er hatte die freundlichsten Augen, die Zhenya je gesehen hat.
„Du hast die freundlichsten Augen, die ich je gesehen habe.“
„Das sind die Augen meines Vaters. Er hat früher immer gesagt, man kann niemandem helfen, der sich nicht helfen lässt. Und du willst alleine kämpfen. Willst du ein Märtyrer sein?“
„Warum direkt ein Märtyrer?“, er kräuselte die Stirn.
„Bist du nicht einverstanden? Würdest du meine Hand jetzt nehmen, wenn ich sie dir reichen würde?“
Zhenya streckte seine Hand aus. Sie zitterte. Aber er streckte sie aus.
„Vitali Igrivitsch, oder kurz Vitala, freut mich.“
Vitala reichte Zhenya die Hand.
„Steh auf. Bist du bereit, zurück zu kehren?“
„Ich will nicht mehr zurück zum Bahnhof.“
„Das ist der erste Schritt. Warte hier auf mich. Wag es nicht wegzugehen. Ich muss noch sechs Stunden arbeiten und telefoniere schon mal mit ein paar Leuten. Hier hast du 500 Rubel. Kauf dir was zu essen und eine Zeitung, um die Zeit rumzukriegen. Ich will, dass du in sechs Stunden hier auf mich wartest. Hast du verstanden?“
Zhenya nickte. Schaute auf das Geld. Dann auf zu Vitali.
„Das ist nichts. Ich zähle auf dich, Zhenya.“
Er ging wieder auf die Wache. Unser Protagonist blickte ihm noch lange nach, unwissend, was er jetzt tun sollte. Er wollte Alexejewna erzählen, was ihm passiert ist. Er kannte doch sonst niemanden. Er wollte der Frau von der Bushaltestelle von Vitali erzählen und ihr den Schal wiedergeben. Es würde sie wahrscheinlich nicht interessieren. Auch Alexejewna nicht. Es würde keinen interessieren, wie viel Glück er gehabt hatte. Was Vitali für ein toller Mensch ist. Vitali. Was, wenn er mich vergisst? Oder noch schlimmer. Er vergisst mich nicht, aber es klappt nicht, mir zu helfen. Oder am schlimmsten wäre, wenn es klappt, aber ich unfähig, unwürdig bin. Ja, das wäre am schlimmsten. Nein, das kann ich ihm nicht antun, dachte er bei sich. Er betrachtete den fünfhundert Rubelschein aufmerksam von allen Seiten. Er nahm einen Stein und legte den Schein oben auf die Treppe vom Revier und den Stein darauf. Vitali würde es schon verstehen.
Wankenden Schrittes ging Zhenya wieder durch die Straßen von Omsk. Es fing an dunkel zu werden. Es regnete. Wie im Film. Wie im Film, dachte er. Vielleicht sehe ich die Frau nochmal, wie im Film. Ich werde nicht mit ihr reden, wie im Film, aber vielleicht kann ich sie noch einmal sehen. Und so ging er schnellen Schrittes zum Bahnhof. Der Weg war lang. Es war schon spät. Es regnete immer noch. Zhenya war nass bis auf die Knochen. Er suchte wirklich alles ab. Er ging sogar rein, was er eigentlich nicht mochte. Er ging genau zu der Stelle, wo sie umfiel. Da war sie aber nicht. Er war enttäuscht, sauer. Warum war sie nicht da? Keiner hatte ihm versprochen, dass sie da sein würde. Das wusste er auch. Es war albern, sauer zu sein. Aber was sollte er tun? Er hatte sich geschworen, nie wieder zum Bahnhof zu kommen. Was war sein Wort eigentlich wert? Er war so durcheinander. Er setzte sich auf den Boden, auf seinen gewohnten Pappkarton und weinte, diesmal laut.

Nichts half, außer weinen. Niemand half ihm. Und er war stolz darauf. Ganz alleine gehe ich durch die Welt und komme klar. Sonst kommt keiner alleine klar, so wie ich.
„Ey, du Kaban! Das ist mein Platz“, ein anderer offensichtlich betrunkener Obdachloser trat ihn leicht.
„Was fällt dir ein, Pasha? Das ist seit drei Jahren mein Platz.“
„Du warst Tage nicht mehr hier und die Dinge haben sich geändert und jetzt verpiss dich.“
„Hast du keinen Anstand mehr? Jetzt bin ich wieder da.“
„Werd doch glücklich mit deinem Anstand. Der bringt mir nichts.“
„Pasha, mach mich nicht wütend. Du weißt, ich kann auch anders.“
„Ach, erzähl mir doch nicht, Zhenka. Nix weiß ich. Noch nie mit dem Arsch hast du mich angeschaut.“
„Wieso sollte ich auch?“, Zhenya rümpfte die Nase.
„Denkst du, du bist was Besseres, nur weil du nicht trinkst und bettelst? Bist genauso dreckig wie wir, du Lintei.“
„Mach dich vom Acker, Pascha.“
„Ich geh ja schon. Kein Grund, unhöflich zu werden.“
Was redet er für einen Scheiß, dachte sich unser armer Held. Er lag flach auf seinem Pappkarton und starrte in den schwarzen Himmel. Immer noch nass, zumindest aber unter einem Glasdach. Der Regen prasselte so schön daran. Er schlief ein, schlief tief.

Ihn weckte die Stimme von Pascha. Was will er jetzt schon wieder? Diesmal sprach er aber mit jemand anderem. Zhenya stützte sich auf.
„Da ist er, unsere Schlafmütze.“, Pavel zeigte ihm mit dem Finger auf Zhenya. Und hinter der Ecke tauchte Vitali auf.
„Vitali“, rutschte es Zhenya raus.
„Schämst du dich nicht? Nicht mal ein bisschen?“
„Vitali.“, Zhenya fühlte sich ertappt.
„Ja, jetzt sagst du Vitali. Wo warst du gestern?“
„Gestern?“, mischte sich Pavel ein.
„Geht dich gar nichts an.“, Zhenya spuckte auf den Boden, „Los geh!“, und Pascha ging.
Ein dürrer Typ mit Jogginganzug von Adidas, Schlappen und schütterem Haar.
„Sprich, was ist mit dir?“, Vitali ging in die Hocke und fing an zu rauchen, „Willst du auch?“ Und Zhenya wollte. Und wie, aber er sagte nein. Er blickte zum Boden.
„Sprich. Was soll das?“ Schweigen. „Machst du dich lustig über mich?“
„Nein, nein, wie könnte ich es wagen. Niemals würde ich mich lustig über dich machen.“
„Ja, und warum bist du dann gegangen?“, Vitali zog ein letztes Mal an der Zigarette und drückte sie mit den Fingern am Boden aus.
„Ich weiß es nicht.“, wieder weinte er. Vitali stand auf und seuftze.
Zhenya schluchzte lauter.
„Es könnte mir egal sein. Ich könnte wieder meinem Alltag nachgehen. Aber du brauchst das.“
Zhenya weinte lauter.
„Komm mit, hör jetzt auf zu weinen.“, Vitali schleppte Zhenya, der durch die Tränen nichts sah, an einem Arm über den Parkplatz zu seinem Audi. Sie fuhren durch die Stadt.
„Wo bringst du mich hin?“
„Ach, jetzt ist es dir nicht mehr egal. Jetzt willst du es wissen.“
Zhenya blickte auf seine Füße. Du wirst schon sehen, sagte Vitali. Die Stadt flog an ihnen vorbei. Lange hatte er sie sich schon nicht mehr aus dieser Perspektive angeschaut. Vieles hatte sich verändert. Vieles ist besser geworden und vieles auch schlechter. Er sah sich die Menschen an, an denen sie vorbeifuhren. Sah richtig hin. Sie leben. Sie alle haben ein Leben, ob gut oder schlecht, sei mal dahingestellt. Aber sie alle leben. Und was hatte Zhenya die letzten Jahre getan? Überlebt vielleicht. Höchstens. Aber auch nicht besonders gut. Aber eigentlich hatte er sich schon lange beerdigt.


Sie parkten in einer typischen russischen Hochhaussiedlung. Früher hatte Zhenya in einer ganz ähnlichen gewohnt. Sie gingen zu einem dieser Häuser und fuhren in den neunten Stock. Vitali öffnete die Tür.
„Willkommen, fühl dich wie zu Hause.“
Zu Hause, dachte Zhenya. Ich habe vergessen, was das ist. Eine Katze begrüßte ihn an der Tür.
„Das ist Barsik. Posnokomsa.“
Zhenya sagte aber die ganze Zeit nichts.
„Willst du duschen?“
Er schaute sich ein wenig um, fühlte sich wie ein Fremdkörper. Vitali war schon längst in der Küche verschwunden und fing an Krach zu machen. Zhenya blieb wie angewurzelt im Flur stehen. „Geh schonmal ins Badezimmer, ich hol dir ein Handtuch, dann kannst du duschen. Ich habe dir einen Rasierer gekauft, er liegt auf dem Waschbecken. Nach einer heißen Dusche wird es dir bestimmt besser gehen. Deine Klamotten sind auch noch ganz nass von gestern. Ich bring dir welche von meinen.“
Und da kam er schon wieder, mit einem Handtuch und frischer Kleidung.
„In der Dusche ist eine Wiechotka. Wasch dich in Ruhe, ich mach solange das Essen warm.“
„Wieso machst du das?“, brach schließlich aus ihm heraus.
„Dann essen wir später.“, sagte Vitali trocken.
„Nein, das meine ich nicht. Das alles – warum hast du mich abgeholt und zu dir nach Hause geholt? Warum kümmerst du dich um mich?“
„Hör auf zu weinen und geh duschen. Du hast bestimmt Hunger.“
„Nein, nein, nicht bevor du sagst, warum du das machst.“
Vitali schob ihn ins Badezimmer. Er schlug um sich.
„Es kann dir doch egal sein, warum. Hauptsache ich tue es. Beruhige dich und nimm endlich an, dass dir jemand hilft. Hinterfrage nicht alles.“
Evegni schaute ihn mit riesigen Augen an. „Wenn du wissen willst, welche Absichten ich habe“, Vitali verdrehte die Augen, „dann nur die besten. Ich will dir einfach po chelaweteschki helfen, weil du mir leidtust. Mehr nicht.“
Zhenya wurde ganz ruhig.
„Kannst du damit leben?“
„Ich denke.“
„Du denkst? Weißt du es nicht.“
„Ich kann damit leben.“, sagte er unsicher.
„Und jetzt geh ins Bad.“
„Ich muss wohl fürchterlich stinken.“
„Siehe da. Er kann sogar Witze machen.“
Und so ging Zhenya das erste Mal seit fünf Jahren duschen. Braunes Wasser floss durch den Abfluss. Er wusch sich gründlich, schrubbte sich dreimal, wusch sich dreimal die Haare, rasierte sich und benutzte sonst alles, was er finden konnte. Er schnitt sich Fuß- und Fingernägel, benutzte Deo, Gesichtswasser, kämmte sich die Haare und band sich die langen Haare zu einem Zopf mit einer Schnur, die er gefunden hatte. Schnitt sich Nasen- und Ohrenhaare, guckte sich seit fünf Jahren wieder im Spiegel an. Wer ist diese Person? dachte er. Bin das wirklich ich? Sehe ich wirklich so aus? Wie furchterregend.

Gefühlt Kilos leichter und Jahre jünger kam er mit rosigen Wangen, ganz frohlockend von der Sauberkeit und Ordnung, in die Küche. Vitali entdeckte ein kleines Lächeln.
„Warm hast du es.“, bemerkte Zhenya.
„Das nennt man Heizung. Ich kann mir vorstellen, dass das ungewohnt ist.“
Das Lächeln blieb auf Zhenyas Gesicht. Er nickte.
„Komm, setz dich, es gibt Suppe, dann Bratkartoffeln und Salo. Nimm dir Brot und wie könnte es anders sein – Vodatschka. Aber nur ein bisschen. Wer weiß, ob du das verträgst.“, Vitali lachte.

Und so saßen sie stundenlang in der Küche und Vitali erzählte von seinem Leben, wie er in Omsk geboren und aufgewachsen ist, seit zehn Jahren Polizist, 31 Jahre alt und seit sechs Jahren schon verheiratet, mit der besten Frau, die er sich vorstellen kann.
„Wo ist sie?“, Zhenya, der nach drei Pinnchen auch endlich gesprächiger wurde.
„Sie besucht ihre Mutter in Kamtschatka, da kommt sie eigentlich her.“
„Wie habt ihr euch kennengelernt?“
„Total unromantisch im Internet.“, er trank.
 
„Was würdest du tun, wenn sie dich verlassen würde?“
„Was redest du für einen Müll?! Ich würde auf jeden Fall nicht obdachlos werden, sondern weiterleben, wenn du das wissen willst.“
„Verzeih mir, ich habe schon lange mit keinem mehr geredet.“
„Man merkt’s.“, Vitalie stach ihn in die Seite, „Mach dir keinen Kopf.“
Zhenya wurde im Laufe der Stunden mutiger und erzählte von seiner Ex-Frau, wie sie sich kennengelernt haben, wie er sie geliebt hat.
„Du bist in Ordnung, Zhenya. Wirklich.“
Er schmunzelte.
„Wenn du wolltest, könntest du wieder in so einer Siedlung, in so einer Wohnung leben. Vielleicht nicht sofort, aber mit der Zeit könntest du dir alles aufbauen. Wie alt bist du?“, fragte in Vitali. Zhenya musste überlegen: „Ich bin 33, bald 34 Jahre alt.“
„So wie Jesus.“, sagte Vitali lachend, „Hast du bald Geburtstag?“
„Im Dezember.“, antwortete Zhenya, „Bald ist doch Dezember?“
„Ja, morgen ist schon der erste.“
„Oh, dann übermorgen schon.“
„Also hast du am 2. Dezember Geburtstag. Das ist ja schön. Morgen kommt meine Frau Angelina, dann kochen wir was Schönes für dich, laden ein paar Freunde ein. Was hältst du davon? Ein Nein wird nicht akzeptiert.“
„Was hält denn deine liebe Frau davon, dass du fremde Penner von der Straße mit nach Hause bringst?“
„Zunächst einmal siehst du ja jetzt nicht mehr so aus wie ein Penner. Naja, die Haare müssten wir noch in Ordnung bringen, und dann erkennt dich doch keiner mehr. Und zweitens, klar wird sie ein bisschen rumschreien, aber sobald sie dich kennengelernt hat, wird sie mich verstehen. Und hoff nicht, dass du ewig hier wohnen bleibst. Ich bin schon dran, eine Arbeit für dich zu finden. Dann ziehst du aus, mein Freund.“, Vitali lachte, atmetete kräftig aus und kippte sein viertes oder fünftes Pinnchen Wodka runter.
„Arbeit… mein Freund… ausziehen. Wann bin ich denn eigentlich eingezogen?“, Zhenya murmelte vor sich hin.
„Natürlich arbeiten. Wie stellst du dir denn deine Zukunft vor?“
„Zukunft?“
„Ja, Zukunft, Duratschok. Du willst doch nicht den Rest deines Lebens ein Penner sein, oder? Es reicht jetzt langsam mit diesem Leben. Das ist kein Leben. Du bist Bauingenieur, Junge. Du bist kein Penner.“
„Nein, ich bin kein Penner.“, Zhenya war wie weggetreten.
„Genau. Also, wie sieht deine Zukunft aus?“
„Wie sieht meine Zukunft aus?“, er kam langsam wieder zu sich, „Meine Zukunft? Habe lange nicht mehr darüber nachgedacht. Meine Zukunft sollte lebenswert sein.“
„Wie sieht das konkret aus?“, Vitali ließ nicht locker.
„Konkret will ich eine Wohnung, ein Bett, eine Aufgabe.“
„Und du wirst es bekommen. Hat dir dein Job als Bauingenieur gefallen, oder willst du was anderes machen?
„Nein, ich mochte meine Arbeit immer.“
„Na schau einer mal an… Ich sage dir jetzt, wie es weitergeht. Du wirst bei uns als Dvornik arbeiten. Ja, ich weiß, der Job ist undankbar. Aber du hast keine Papiere, kein Nichts. Wir müssen klein anfangen. Wenn wir alle deine Papiere wiederhergestellt haben, dann bewirbst du dich als Bauingenieur. Und ich verbürge mich für dich. Und dann bist du wieder ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und keine Kakerlake mehr.“
Einfach wird das nicht, dachte Zhenya für sich.
„Denk nicht, dass es einfach wird. Das wird sehr schwer. Besonders für mich, wenn du wieder abhauen willst.“, Vitali lachte.
„Ich haue nicht mehr ab.“, empörte sich Zhenya.
„Doch wirst du. Aber ich fange dich wieder ein. Weißt du warum ich dir helfe? Nicht weil ich so toll bin, sondern weil jeder eine zweite Chance verdient. Und jetzt trink.“
Und sie tranken.

Ein paar Wochen sah es wirklich gut aus. Am nächsten Tag kam Angelina aus Kamtschatka wieder. Und Zhenya saß still im Schlafzimmer, während die beiden sich im Wohnzimmer stritten. Am Ende kam Angelina zu Zhenya ins Zimmer rein und sagte: „Komm, ich schneide dir die Haare.“ Sie verpasste Zhenya eine klassische Kurzhaarfrisur, 12 Millimeter. Sie gingen einkaufen. Die ganze Zeit fragten sie ihn, was sein Lieblingsessen ist. Ihm fiel nichts ein. Da zählte Angelina alle möglichen Speisen auf. Manti, Pelemeni, Padchuba, Olivie, Mimosa, Kapusta, Kakleti, Kuriza, Utka und so weiter. Sie luden ein paar Freunde ein und verbrachten einen lustigen Abend. Zhenya war gut angetrunken. Als Geschenk bekam er seine eigene warme Jacke und Schuhe. Vitali hatte selbst nur eine Winterjacke. Die viel leichtere Jacke für den Herbst lieh er Zhenya für den einen Tag aus. Zhenya hatte Tränen in den Augen von so viel Aufmerksamkeit.

Ein paar Tage später fing er seine Arbeit als Dvornik an. Der Lohn war nicht der Rede wert, aber trotzdem war es sein eigenes Geld, was er jetzt endlich wieder verdiente. Das konnte ihm niemand nehmen. Er wollte alles perfekt machen, als würde sein Leben davon abhängen. Und irgendwie, irgendwie hing auch wirklich sein Leben davon ab.

Und Zhenya verstand das alles natürlich sehr gut. Er wusste, dass er ein junger Mann ist, der sein Leben noch vor sich hat. Dass er eine Ausbildung hat und Berufserfahrung. Dass er auch ein normales Leben gelebt hat. Und dass er nicht sein ganzes Leben obdachlos und arbeitslos sein kann. Er wusste, dass er aus diesem Loch raus musste. Dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Er wusste das alles. Dass er langsam anfangen musste. Und dass dieser Job als Dvornik wichtig ist. Er sich beweisen muss. Er verstand das alles.

Und so kehrte er die Straßen blitzeblank und räumte den Schnee bis auf die letzte Flocke. Bei der Arbeit fühlte er sich wie ein Mensch. Sogar ganz nützlich. Stellt euch vor, er würde nicht jeden Tag den Schnee um 5 Uhr morgens kehren. Wie würden die Kinder zur Schule gehen? Wie würden die Mütterchen und Babuschkas zur Haltestelle kommen, um auf den Bazar zu fahren? Unvorstellbar. Wenn jemand ihn grüßte auf der Straße, grüßte er stets doppelt so höflich zurück. Vitali und Angelina half er so gut er konnte im Haushalt. Übernahm freiwillig Aufgaben, die so anfielen. Wollte ihnen die Hälfte von seinem Lohn geben. Die andere will er zurück für seine Wohnung zurücklegen. Vitali sagte, die Hälfte ist zu viel. Aber Zhenya bestand darauf. Wenn er will, kann er sehr überzeugend sein. Er blühte fast auf, konnte man sagen. Man konnte sogar ein richtiges Gespräch mit ihm führen. Zhenya war ein angenehmer Zeitgenosse. Und allen in seinem Umfeld fiel das auf.

Eines Abends, es war drei Tage vor Silvester, da kam Angelina ins Gästezimmer, wo Zhenya hauste und fragte ihn: „Zhenya, ich wollte gerade Wäsche waschen und in deiner Hosentasche fand ich dieses Tuch.“
Das grüne Seidentuch, wie konnte ich das vergessen, dachte er. Er wurde rot.
„Ich will dir nicht zu nahetreten, aber gehörte das deiner Frau?“
„Nein, nein, nicht meiner Frau.“, er schmunzelte. Angelina gab ihm das Tuch und setzte sich neben ihn aufs aufklappbare Sofa.
„Wem gehört es dann, wenn ich fragen darf?“
„Du darfst.“, er blickte das Tuch an, „Wenn ich nur wüsste, wem das gehört.“
„Ich verstehe nicht, hast du es gefunden?“
So erzählte er Angelina, wie er zu dem Tuch kam, wie er jeden Tag betet, dass diese Frau lebt und dass sie der Grund ist, warum er Vitali begegnet ist und dass ihr Anfall dafür gesorgt hat, dass sich sein ganzes Leben verändert hat und er dieses Tuch überall mit sich rumträgt und dass es seine Erinnerung daran ist, dass er nicht in sein altes Leben will.
„Zhenya…“, sagte sie mit Tränen in den Augen, „du bist ein so feinfühliger Mensch, zu gut für die Welt, wie konnte deine Frau dich verlassen, ich kann es mir nicht vorstellen.“
„Ich glaube, ich habe sie für selbstverständlich genommen. Früher, als ich jünger war, habe ich vieles nicht bemerkt. Man lebt in seinem Alltagstrott und schaut nicht nach links und rechts. Aber seit ich auf der Straße wohne, sehe ich plötzlich alles. Ich sehe jedes Laubblatt, jede Maus, jeden Blick, jedes Wort, was die Leute austauschen. Ich war nicht immer so feinfühlig, wie du sagst, Angelina.“
Sie lächelte und wischte sich eine Träne mit dem Ärmel ihrer Bluse aus dem Auge.
„Willst du Tee trinken?“, fragte sie ihn aufmunternd. Und so vergingen die Tage und der Silvesterabend kam.

Für alle Kinder in Russland ein magischer Abend. Ich erinnere mich noch, als ich ein Kind war, wie sich Silvester für mich angefühlt hat. Es ist in Worten kaum auszudrücken. Es war ein Gefühl wie nicht von dieser Welt. Man war zwischen den Zeiten, nicht in der Realität. Die Luft war festlich, die Menschen waren festlich, das Essen war festlich, die Filme waren festlich, die Musik war festlich. Der Abend war magisch, schien nie enden zu wollen.

Wunder waren durchaus möglich. Es war nicht so, als würden sie auftreten. Aber sie waren möglich. Und das spürte man. Aber diese Illusion ist vorbei. Je älter man wird, desto mehr versteht man. Nein, man versteht eigentlich nichts. Man spürt diese besondere Frequenz einfach nicht mehr. Alles hat seinen Charme verloren. Man lebt nun 365 Tage im Jahr in der Realität, ohne Ausnahme. Zhenya spürte diese festliche magische Frequenz schon lange nicht mehr. Auch heute nicht. Aber etwas spürte er. Ein Hauch Glück. Die Zweifel waren nicht weg, aber sie waren leiser geworden. Und sie trafen keine Entscheidungen mehr für ihn.

Sie schloss ihre Augen. Die Adern auf ihren Lidern wie Blitze, wie Blitze … Tränen flossen ihre Wangen runter wie Regen, wie Regen.
Was mit der Frau passierte vom Anfang unserer Geschichte, fragt ihr euch, meine lieben Leser? Ich erzähle es euch gerne. Denn die Frau lebt natürlich. Ja natürlich. Es war nur ein Schwächeanfall. Sie hatte eine lange Reise als Flugbegleiterin hinter sich und zu wenig getrunken. Als sie fiel, schlug sie sich den Kopf auf und wurde Ohnmächtig.
Nach drei Stichen und einer Infusion war sie wieder über den Berg.

Erst nach einer Woche fiel ihr auf, dass der grüne Seidenschal nicht mehr da war. Es war ein Geschenk ihres Vaters zum Geburtstag. Jeden Tag stellte sie sich vor, dass der Schal ihr eines Tages ins Gesicht flattern würde. Doch sie wusste auch, dass das naiv war und sie das Tuch vermutlich nie wieder sehen würde. Er wurde einfach vom Winde verweht.

Am Silvesterabend, es war schon dunkel draußen, aber die Straßenbeleuchtung war so schön orange, ging sie zu Freunden zum Feiern. Sie kam an einer Hochhaussiedlung vorbei. Von oben hörte sie Musik und lachende Menschen, sie hob den Kopf und sah schemenhaft einen Mann der am offenen Fenster stand und sie direkt anblickte. Sie sah ihn in der Dunkelheit kaum, doch irgendwas in ihr befiehl stehen zu bleiben.
„Warte!“
Sie kniff die Augen zu zusammen. Meinte er mich, dachte sie.
„Warte! Bosche moi! Warte!“
Jetzt war sie sich sicher, dass er sie meinte und sie wartete.
Kurze Zeit später kam er wieder zurück zum Fenster und ließ etwas fallen. In der Dunkelheit dauerte es, bis sie es erkennen konnte… das grüne Seidentuch.

Jahresrückblick 2025 – sowohl als auch.

Dieses Jahr hat mich ordentlich durchgeruckelt. Nicht alles war kumbaya, aber vieles war richtig toll.

Doch fangen wir von vorne an: 2025 startete magisch in Bristol – random, wunderschön, kulturell geprägt, fancy, aber doch cozy. Alles, was ich mag. Zurück in Deutschland fiel ich auf der Arbeit in ein Loch. Dann schwebte ich hoch und nochmal von vorne. Im Sales nennt man das Rollercoaster. Gesund war das nicht, aber es ging so viel ab, dass man das ganz leicht unter den Tisch kehrt. Im Frühling wurden die Tage draußen langsam länger und wärmer. Und ich kam ins Grübeln. Wie geht es weiter? Knapp ein Jahr war ich im Job und fühlte mich immer noch wie ein Fremdkörper. Die Euphorie war vorbei und die Zweifel wurden mehr.

Ich fing an, mich an mich selber zu erinnern. Und erinnerte mich, was mir wirklich wichtig ist. Und wer ich überhaupt bin. Was will ich vom Leben? Und bin ich überhaupt glücklich? Und das war ich nicht. Ich überlegte jeden Tag, was ich eigentlich machen möchte. Und wer ich sein will. Ich zerbrach mir den Kopf und verwarf jeden Tag meine Pläne von gestern – ich hatte jedes Szenario durch von Lidl Kassiererin, zum Auswandern nach Russland und ein Buch schreiben. Ich war verzweifelt. Aber ich wusste so kann es nicht weitergehen. Ich kann nicht jedes Wochenende saufen, es kann nicht sein, dass alles was mir wichtig ist – meine Kreativität komplett flöten geht und ich den ganzen Tag etwas tue von dem ich mein ganzes Leben gesagt habe, das will ich nicht – einen langweiligen Bürojob. Irgendwann wurde der Druck auf der Arbeit so hoch, und ich erkannte mich überhaupt nicht mehr wieder. Da beschloss ich relativ spontan, zu kündigen.

Mit einem halbgaren Plan und keinem neuen Job startete ich in den Sommer. Manche sagen, das war leichtsinnig. Unüberlegt. Naiv. Gefährlich. Ich sage, es war ein Befreiungsschlag. Mit leichtem Herzen und freiem Kopf begab ich mich abermals auf die Suche nach einem Platz für mich und fand eine neue Herausforderung als angehende Führungskraft bei IKEA. Ja, ganz genau, richtig gehört – ich bin eine IKEA-Maus. Das hätte ich auch niemals kommen sehen. Aber irgendwie macht es Sinn. Und es ist eine echte Herausforderung. In diese Position ohne Erfahrung reingeschmissen zu werden, ist crazy. Aber man wächst rein. Und noch nie in meinem Leben habe ich mich irgendwo so gewertschätzt gefühlt wie hier.

Es ist schön zu sehen, dass es wirklich kein Jahr gibt, wo ich stillstehe. Jedes Jahr wachse ich über mich hinaus. Und die Sprünge werden immer größer. Aber das wird jetzt keine Regel, dass ich jedes Jahr im Sommer meinen Job wechsle. Die ersten Monate bei IKEA waren turbulent. Und gefühlt war ich entweder arbeiten, auf Partys, unterwegs, im Sauerland oder habe geschlafen. Aber lange zu Hause war ich nie. Und es war toll. Es war lustig, aber es war auch sauanstrengend. Ich habe mich die letzten Monate gefühlt wie ein Hamster im Rad und nicht wie eine cozy Maus.

Von außen, glaube ich, sieht es so aus, als würde ich sehr gut klarkommen. Und das stimmt auch. Aber nicht, weil ich es kann, sondern weil ich es muss. Ich muss stark sein. Ich muss alles schaffen. Ich muss funktionieren. Nicht, weil ich so bin, sondern weil ich keine Alternative habe. Selbstverständlich wünsche ich mir eine Stütze im Leben, um den Alltag, die Höhen und Tiefen zu meistern. Aber bis das passiert, bin ich nun mal alleine. Es geht mir nicht um Mitleid, sondern mich nach langer Zeit verletzlich zu zeigen. In den letzten paar Jahren war mein Leben nach außen hin immer nur höher, steiler, weiter. Aber die Wahrheit ist, ich bin müde. Ganz früher habe ich mich immer verletzlich gezeigt. Da gab es nicht dieses Kumbaya, alles ist toll, sondern da gab es Melancholie, Traurigkeit, Selbstzweifel und Unsicherheit.

Aber es ist nicht entweder oder, es ist sowohl als auch. Es ist sowohl als auch, und das ist nicht schlimm. Seitdem ich auf diesem Hoch bin, habe ich mir sehr selten erlaubt, negative Gefühle zu fühlen. Ich dachte, das bin ich nicht mehr. Ich bin immer positiv. Es geht mir gut, und es geht mir auch gut. Aber es muss mir nicht immer gut gehen. Ich darf auch mal überfordert sein. Das macht meinen Fortschritt nicht kaputt. Denn meistens stimmt es auch, dass ich in einem tollen Space of Mind bin und mein Leben genieße und spüre. Aber ich darf mir auch erlauben, verletzlich zu sein. Ich muss nicht immer für alle stark sein. Sich das einzugestehen, ist hart für mich. Man ist schon so extrem in seinem Automatismus gefangen, dass eine Reflexion, was fühle ich wirklich, nicht mehr in den strikten Zeitplan passt. Vielleicht ist das ein Ziel fürs nächste Jahr, besser auf sich zu hören, weich zu sein und auch mal eine Pause zu machen.

Diese Zeilen – wie könnte es anders sein, schrieb ich schon vor einiger Zeit, an einem Punkt, wo ich körperlich und mental, wie ich schon sagte, sehr müde war.
Heute am siebten Januar, wo sich nun wirklich keiner mehr für meinen Jahresrückblick interessiert fühle ich mich schon wieder ganz anders. Viel mehr geerdet, aber diese Worte jetzt nochmal zu lesen, gibt mir die Erinnerung – Emi du darfst verletzlich sein, du musst nicht immer stark sein.
Seit mein Vater vor genau 5 Jahren verstorben ist, war ich immer stark. Besonders für Mama, aber auch für mich und für alle anderen um mich herum. Alle um mich herum meinten in der Zeit immer zu mir „Emilia du bist so stark“. Und ich habe mich immer über diesen Satz gewundert und gedacht, bin ich doch gar nicht. Aber ich war es, weil kaum ein Jemand wusste was in meinem Kopf passiert. Alle sahen nur das was von außen passiert und dann als bei mir ein Knoten geplatzt ist, eine innere Mauer durchbrochen, um mal in kitschigen Bildern zu sprechen, da ging es mir plötzlich immer besser und ich strotzte nur vor guter Laune – und da habe ich mir erst recht verboten Schwäche zu zeigen. Jetzt musste ich der Außenwelt immer präsentieren, dass ich mein Leben im Griff habe und alles …. Kumbaya ist.
Bis zu einem gewissen Grad stimmte das auch – nur nicht jeden Tag. Das so sagen zu können, kostet mich enorme Überwindung. Aber es ist sowohl als auch.

… und damit meine Mäuse, nach diesem ehrlichen Jahresrückblick, wünsche ich euch in 2026, dass ihr euch erlaubt verletzlich zu sein, denn was ist Verletzlichkeit? Letztendlich ist es Menschlichkeit.

Jahresrückblick 2024 – Träume werden wahr.

Dieses Jahr weiß ich wirklich nicht wie ich anfangen soll – und das ist was Gutes.
Hallo und herzlich willkommen zu meinem Jahresrückblick.

Kleiner Einschub zu Beginn: Ich weiß, ich bin niemanden etwas schuldig, das ist mein Blog und mein Jahresrückblick aber normalerweise blickte ich in meinen anderen Jahresrückblicken auch immer nach außen auf die Welt und wurde teilweise auch politisch, aber dieses Jahr ist mir nicht danach und dieses Jahr geht es einfach mal nur um meine kleine Bubble und um mein Jahr. Denn ihr braucht niemanden, der euch sagt wie scheiße doch alles auf der Welt ist und ich könnte einiges sagen und mich aufregen, aber ihr wisst das alles schon selber. Deswegen lebe ich einfach mein Leben und genieße es.


2024 war für mich wie das Erklimmen eines Berges – immer nach oben, am Ende ist man an der Spitze und genießt die Aussicht.
Und ich genieße die Aussicht auf meine Wohnung und auf das nächste Jahr. Viele von euch wohnen vielleicht schon lange in ihrer eigenen Wohnung und für euch mag das etwas Normales sein, etwas an was ihr euch schon längst gewöhnt habt, aber für mich hat sich so mein Leben auf den Kopf gestellt.
Aber fangen wir von vorne an: Den Jahreswechsel von ´23 auf ´24 verbrachte ich im Kreise der Familie – fröhlich, lustig, cozy und unter der Organisation von Andreas und mir.
Einige von euch kennen Andreas, aber zu ihm kommen wir später.
Jedenfalls gibt es im russischen ein Sprichwort, das besagt, so wie man das neue Jahr feiert, so wird man es auch verbringen und für mich trifft das dieses Jahr definitiv zu.


Die ersten Monate des Jahres verbrachte ich zwar noch langsam, unaufgeregt, im Elternhaus, aber schon auf der Suche nach dem nächsten Schritt. Plötzlich hatte ich nämlich einen Plan, eine Vision, wie dieser nächste Schritt aussehen sollte. Mein Volontariat aus der Hölle neigte sich dem Ende zu und ich musste schauen, wo ich blieb. Durch eine zufällige Aneinanderreihung von Ereignissen wusste ich dann, wie es weitergehen wird.
Ich begab mich auf die Reise in die Welt der Bewerbungen, sammelte Erfahrungen, lernte dazu und war kurz vor dem Verzweifeln, aber schließlich hat sich alles gelohnt und am Ende des Frühlings bekam ich eine Zusage – in der Stadt von der ich kleine Maus schon immer träumte zu wohnen – Köln: Emi zieht in die große Stadt
Kurze zwei Wochen überbrückte ich bei meiner Tante und schon hatte ich eine eigene Wohnung. Alles fügte sich, keine Stolpersteine, als wäre es schon immer so geplant gewesen.

Erst vor kurzem, ging ich eines Morgens zur Arbeit. Ich verließ meine Wohnung, ging vor die Tür, atmete die Luft ein, bewegte mich zur Bahnhaltestelle und realisierte erst da, dass ich hier in Köln, alleine in einer Wohnung lebe und das Leben führe, so wie ich es mir vorgestellt habe. Manchmal da überkommt es mich. Nennt mich sentimental und melodramatisch – denn das bin ich.

Jedenfalls fasste ich Fuß im Leben, auf der Arbeit und überhaupt.
Dieses Jahr hat so viel Spaß gemacht, ich konnte so tolle Menschen kennenlernen, kein Tag war wie der andere, Langeweile hatte ich nie aber einfach war es auch nicht.

Und dann fing nach einem rauschenden Sommer langsam der Herbst an und ich flog zum ersten Mal in den Urlaub.
Ein weiterer Traum ist in Erfüllung gegangen – Emi sieht das Meer.
Wenn ich Leuten erzählt habe, dass ich noch nie am Meer oder am Strand gewesen bin, sind sie meistens schockiert. In meinem Leben gab es bis dato andere Prioritäten und zu wenig Geld als das ich ans Meer fliegen konnte.
Das änderte sich nun – und ich konnte mit meinem besten Freund, mit meinem Bruder Andreas nach Spanien reisen. Bis heute schwärmen wir von dieser Reise. Auch hier: keine Stolpersteine, alles fügte sich, als wäre es schon immer so geplant gewesen. Es war wunderschön und magisch. Das Gefühl zum ersten Mal Urlaub am Meer zu machen war surreal.

Und das ALLES war nur möglich durch Andreas. Egal wie es ihm selber geht, egal was er selbst durchmachen musste – trotzdem steht er immer hinter mir und unterstützt mich wo er nur kann: fangen wir damit an, dass nur durch Andreas ich auf die Idee gekommen bin in der Branche zu arbeiten, wo ich jetzt beschäftigt bin. Im Prinzip war es ein Zufall, aber es fügte sich alles so reibungslos – und fühlte sich so richtig an, egal was die anderen sagten – als wäre es schon immer so geplant. Als ich meine neue Stelle anfing, überbrückte ich die ersten zwei Wochen genau dort bei Andreas Familie und wurde herzlich aufgenommen und bekam alle Unterstützung und die Hilfe, die ich brauchte. Meine Wohnung bekam ich tatsächlich auch nur durch Andreas, wieder ein Zufall, aber es fügte sich alles so schnell… wer weiß wo ich heute ohne ihn wäre, bestimmt nicht hier. Und in der Wohnung hat auch Andreas sich um alles gekümmert – vom Streichen bis zum Bohren und Kommoden schleppen. Wenn ich Hilfe brauchte, war er immer mit Werkzeug zur Stelle. Den Urlaub in Spanien verdanke ich auch Andreas, er hat alles geplant, gebucht und vorbereitet. Die Destination warf ich als Scherz in die Unterhaltung ein und am nächsten Tag kam er und verkündete, dass wir wirklich dahinfliegen. Und es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Die Leute vor Ort, mit denen wir sprachen, meinten wir hätten das beste Hotel der Stadt, das Essen war unglaublich und über das azurblaue, klare Wasser brauche ich gar nicht erst anzufangen…

Andreas ich weiß, dass du das liest, weil du mein größter Cheerleader bist – danke dir, dass du so bist, wie du bist. Egal was du sagst, ich weiß, du hast immer nur das Beste für mich im Sinn. Ich weiß auch, dass dieses Jahr eine große Herausforderung für dich war und du dich viel um anderes kümmern musstest.

Weiß auch du, dass auch ich immer nur das Allerbeste für dich im Sinn habe.
Und ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass dein nächstes Jahr so wird wie mein 2024 – und ich glaube fest daran, dass das auch genauso eintreten wird.

Denn, wenn mir dieses Jahr eines bewiesen hat, dann dass Träume wirklich wahr werden – früher oder später. Mag sein, dass mit 27 auszuziehen keine Glanzleistung ist, aber jeder hat sein eigenes Tempo und niemand weiß, was die Person davor durchmachen musste.

Leute ich bin so beseelt, im reinen mit mir und innen so Ruhig – es ist so ein schönes Gefühl, welches ich viele Jahre nicht kannte und wenn ich daran denke, wie ich mich damals gefühlt habe, dann tut mir dieses Mädchen leid und ich kann mir diesen Schmerz nicht mehr vorstellen.
Ich kann es mir nicht vorstellen, wie ich so leben konnte, mit so einer schwarzen Wolke über dem Kopf. Ich weiß wirklich nicht, wie ich diesen Wechsel vollbracht habe, aber ich bin glücklich, auch wenn ich noch lange nicht alles habe, was ich mir wünsche.

Und wenn ich noch eine Sache dieses Jahr gelernt habe dann, dass Glücklich zu sein eine Entscheidung ist und nicht etwas was eintritt, wenn alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind.

Mein Herz ist voll von Wärme und Liebe nachdem ich das hier niedergeschrieben habe.

Vielleicht treffe ich ja im nächsten Jahr jemanden, mit dem ich diese Liebe teilen kann, wer weiß was passiert… Letztes Jahr hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich heute hier sitze.

Und deswegen meine Mäuse – träumt und wünscht euch was, wer weiß, es könnte in Erfüllung gehen.

Ich wünsche euch einen fantastischen Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund! Liebt euch gegenseitig mehr und seid dankbar und stolz für jeden kleinen Erfolg, es ist nicht selbstverständlich.

In liebe,

eure Maus Emi <3

Jahresrückblick 2023 oder Love, Peace and Harmony.

Buongiorno People… long time no see.
Wer mich und meinen Blog länger kennt, weiß, dass ich seit vielen Jahren immer am Jahresende einen Jahresrückblick poste. Normalerweise kurz vor Silvester, aber dieses mal sind mir so viele Dinge dazwischen gekommen, dass ich erst jetzt dazu komme.
Geschrieben habe ich das gute Stück schon Ende November/Anfang Dezember. Here you go:

Um Glücklich zu sein, ist es nicht notwendig, dass alle Träume wahr sind. Vielleicht hört sich das negativ an – aber es ist im Gegenteil sehr positiv gemeint.
Hallo und herzlich willkommen zu meinem Jahresrückblick. Alle Jahre wieder versammeln wir uns hier und ich teile meine Gedanken zum vergangenen Jahr mit euch.

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Die Abenteuer von Barnabas dem Gefährlichen und Emi Erdbeer Episode 5: Die Mission des Paralelluniversums oder das Schicksal von Barnabas und Emi

Nach einer Weile standen sie immer noch zu dritt in dieser dunklen Kammer und außer dem Surren des Computers war nichts zu hören. Schließlich sammelte sich Emi: „Hör mal, wie heißt du überhaupt?“

„Mein Name ist Negrüj.“

„Nun Negrüj, warum wir? Gibt es nicht noch ein Universum was das erledigen kann? Und wieso sollte es überhaupt gerettet werden? Uns konnte auch niemand retten.“

„Nun ihr müsst wissen, zwar gibt es unendlich viele Universen, aber das Leben ist so unwahrscheinlich und zufällig, dass es tatsächlich nur drei Universum gibt auf denen Leben existiert, so wie wir es kennen. Die anderen Universen sind entweder noch nicht so weit, oder haben alles Leben schon ausgerottet. Die Universen mit Leben, dass ist zum einen dieses, unser Universum, wir nennen es Alpha. Dann ist da das Universum in dem Enero noch nicht zerstört ist – Beta und schließlich das dritte Universum Gamma, dort habt ihr euch nie kennengelernt, weil ihr in der Version keine Superkräfte habt, ehrlich gesagt seid ihr in dieser Version tot, weil der Krieg auch da ausgebrochen ist. Also bleibt nur noch ihr Alpha-Emi und Alpha-Barnabas.“

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